| Presse |
| Donnerstag, 11. Juni 2009 um 18:46 Uhr |
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" Dirk Amrein betätigte – eine auch physische Höchstleistung – unermüdlich seine Drum-Bass-Maschine, den Oberkörper umhüllt von einem riesenhaften Helikon, das er als grooviges Bassfundament ebenso nutzte wie zu virtuosen Soli, und die Beine im steten Auf und Ab zwischen Trommel und Becken."
Den Vogel abgeschossen aber hatte an diesem Abend Dirk Amrein bei der Wiedergaben des Stückes «D(H)ommage oder „Freu(n)de! nicht diese Töne…“», Spielzüge für einen Posaunisten (1985) von Jürg Wyttenbach (1935). Dieses mit viel Komik gespickte Werk mit einem stark musiktheatralischen Einschlag verlangte vom Interpreten nebst seinem mitreissenden Spiel auf der Posaune auch pantomimische, teilweise sogar clowneske Darbietungen hin bis zu vokalen Einlagen wie Singen, Stöhnen, Röcheln und Schreien; Anforderungen, denen Dirk Amrein mit vergnüglicher Nonchalance entsprach. Wie vergnüglich kann Avantgarde sein, wenn man sich darauf einlässt! Dear Dirk Amrein On behalf of Thailand Composition Festival 2009 organizer, I would like to thank you for your participation at the festival. Your performance at the festival is really remarkably inspiring all of the participants especially new generation of composer. I’m certain that all of the composers are very moved by just observing you in the rehearsal and the concert. It was wonderful to have you at the festival to exchange the idea of modern music and repertoire in the 21st Century. Your present at the festival is not only help to inspire the composers but also help to develop the music education in Southeast Asia as well. It is great to show diversity in music for all of the composers and music lovers. I hope that we will have a chance to invite you to come to the Thailand International Composition Festival again in the near future. Regards, Narong Prangcharoen Artistic Director of Thailand International Composition Festival Bändiger des HöllenhundsWer hat Angst vor Neuer Musik? Der Posaunist Dirk Amrein sicher nicht. Als Spezialist für Avantgardeklänge und spektakuläre Klangperformances nahm er es jetzt sogar mit einem Höllenhund auf. Cerberus, der Wächter der Unterwelt aus der griechischen Mythologie, ist die titelgebende Figur in dem Stück "Cerberus or Apocalyptic Visions" des englischen Komponisten Marc Yeats, das für Amrein geschrieben wurde. Die Uraufführung dieses Posaunenwerks stand im Zentrum der Konzerte von Amrein und dem Organisten Dieter Lämmlin in der evangelischen Stadtkirche in Bad Säckingen und in der Christuskirche Rheinfelden – wo es noch eine Bildprojektion gab – und wurde zu einem spannenden Klangerlebnis. Der in London lebende Yeats ist Komponist und Maler und lässt sich in seiner Musik von Bildern beeinflussen. So sind es Bilder von Francis Bacon oder gestische Action Paintings von Jackson Pollock, die man bei "Cerberus" vor dem geistigen Auge abrufen könnte. Doch bedrohlich oder dämonisch, wie es die apokalyptischen Visionen vermuten ließen, klingt diese Musik gar nicht. Vielmehr ist sie sehr komplex und bildhaft, vermag Klangbilder, Vorstellungen und Assoziationen zu wecken. Der Posaune wird enorm viel abverlangt in dieser viertelstündigen Aufführung. Interpret Amrein hat pausenlos zu tun und neben ruhigeren auch viele heftige, wilde, schnelle Passagen zu meistern. Geschickt bringt er durch Dämpfer verschiedene Klangfarben ein und schöpft das Klangspektrum und die technischen Möglichkeiten des Instruments effektvoll aus – mal klingt es kraftvoll fast wie "trompetend", mal tief tönend, mal geräuschhaft in den Lauten, was einige Suggestionskraft erzeugt. Ein bisschen spielt die Soloposaunenstimme den Bändiger des Höllenwächters Cerberus. Raffiniert aufgepeppt und verstärkt wird das als Posaunenquartett konzipierte Stück durch elektronisch zugespielte Posaunenstimmen – die von Amrein selbst eingespielt wurden – und dazu gemischte Perkussion wie Gongs, Trommeln, Schlagzeug. So taten die Zuhörer gut daran, sich offen auf diese experimentellen musikalischen Bilder einzulassen. |


